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<title>Sammlung Feoli</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Sammlung Feoli</span></h1>
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<p>Die <b>Sammlung Feoli</b> ist eine ehemalige Privatsammlung antiker Kunst, die heute zum größten Teil zur <a href="Antikensammlung_des_Martin_von_Wagner_Museums" title="Antikensammlung des Martin von Wagner Museums">Antikensammlung des Martin von Wagner Museums</a> im Südflügel der <a href="W%C3%BCrzburger_Residenz" title="Würzburger Residenz">Würzburger Residenz</a> gehört.
</p><p>Agostino Feoli (1785–1856), Bankier in Rom und der Besitzer eines Landgutes, das auf dem Gebiet der <a href="Nekropole" title="Nekropole">Nekropolen</a> (Begräbnisstätte) der antiken <a href="Etrusker" title="Etrusker">etruskischen</a> Stadt <a href="Vulci" title="Vulci">Vulci</a> lag, ließ, wie viele andere solcher Grundbesitzer, gezielte Ausgrabungen auf seinem Grund durchführen. Eine sehr erfolgreiche erste Grabungskampagne führte er zwischen 1829 und 1831 durch, eine zweite von 1846 bis 1847. Anders als die meisten anderen Ausgräber verkaufte er die gefundenen Artefakte größtenteils nicht, sondern legte eine eigene Sammlung an, die bis heute nach ihm als <i>Sammlung Feoli</i> bekannt ist.
</p><p>Die Sammlung wurde zuerst von <a href="Eduard_Gerhard" title="Eduard Gerhard">Eduard Gerhard</a> in seinem <i>Rapporto Vulcente</i> publiziert und 1837 durch den von <a href="Secondiano_Campanari" title="Secondiano Campanari">Secondiano Campanari</a> verfassten Katalog <i>Antichi vasi dipinti della collezione Feoli</i> erschlossen. Einige Stücke verkaufte Feoli, andere tauschte er in späteren Jahren oder erwarb neue Stücke hinzu. Deshalb ist die Herkunft der Stücke, die nicht im Katalog von 1837 aufgeführt wurden, nicht immer sicher. Zeitweise galt die Sammlung als verschollen. <a href="Heinrich_Brunn" class="mw-redirect" title="Heinrich Brunn">Heinrich Brunn</a> fand sie 1865 in <a href="Rom" title="Rom">Rom</a> wieder und brachte sie zurück ins akademische Bewusstsein.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die Erben konnten die Sammlung auch nach Feolis Tod zunächst zusammenhalten, 1872 kamen sie allerdings in derartige finanzielle Nöte, dass sie die Sammlung vor allem schnell und nicht zwingend zum Höchstpreis verkaufen mussten. Darauf wurde der Würzburger Altertumsforscher <a href="Ludwig_von_Urlichs" title="Ludwig von Urlichs">Ludwig von Urlichs</a> durch Vermittlung von <a href="Wolfgang_Helbig" title="Wolfgang Helbig">Wolfgang Helbig</a> aufmerksam, der zur Osterzeit des Jahres in Rom weilte. Mit Hilfe der damals noch vergleichsweise neuen <a href="Telegrafie" title="Telegrafie">Telegrafie</a> übermittelte er die Informationen nach Bayern und überzeugte schnell das <a href="Bayerisches_Kultusministerium" class="mw-redirect" title="Bayerisches Kultusministerium">Bayerische Kultusministerium</a> mit Minister <a href="Johann_von_Lutz" title="Johann von Lutz">Johann von Lutz</a> und Universitätsreferent Völk an der Spitze, die Sammlung mit Hilfe der Einkünfte aus einem für derartige Fälle vorgesehenen Vermächtnis des Kunstagenten und Malers <a href="Johann_Martin_von_Wagner" title="Johann Martin von Wagner">Johann Martin von Wagner</a> für die Würzburger Sammlung zu erstehen. Schwieriger gestaltete es sich, den Universitätssenat zu überzeugen. Es gab Stimmen, die einen Ankauf für unnötig hielten, da man durch den Nachlass Wagners und einige darauf folgende Ankäufe schon eine bedeutende Sammlung besaß. Andere Kritiker bemängelten, dass es keinen sinnvollen Platz zur Unterbringung gab. Richtigerweise war ursprünglich geplant, mit den Erträgen aus Wagners Erbschaft zunächst Rücklagen zu bilden, die den Bau eines zukünftigen Museums finanzieren sollten. Die entscheidende Sitzung, in der über die mögliche Vergabe der Mittel entschieden werden sollte, fand laut späteren Erzählungen an einem schwül-heißen Nachmittag in den Semesterferien statt. Es soll einzig einer Rede von <a href="Felix_Dahn" title="Felix Dahn">Felix Dahn</a> zu verdanken sein, dass der Senat sich überzeugen ließ und die entsprechenden Geldmittel zum Erwerb der letzten großen derartigen Sammlung in privater Hand in Italien freigab. Am 7. Mai 1872 wurde der Kaufvertrag unterschrieben, 26.500 Lire wurden für die Sammlung gezahlt. Zunächst hatte von Urlichs die Sammlung durch die Veräußerung der Wertpapiere aus der <a href="Mitgift" title="Mitgift">Mitgift</a> seiner Frau zwischenfinanziert, was diese ihm für den Rest des Lebens übel nahm. Die Verpackung und Überführung der Sammlung nach Würzburg wurde von Urlichs und dessen Schüler <a href="Adam_Flasch" title="Adam Flasch">Adam Flasch</a> beaufsichtigt. Bis Ende des Jahres hatte Urlichs die Vasen nicht nur in den Räumlichkeiten der Sammlung aufgestellt, sondern auch schon einen Katalog der Sammlung publiziert. Es war für gut 20 Jahre die letzte große Erwerbung der Würzburger Antikensammlung.
</p><p>Mit der Sammlung Feoli kam die Antikensammlung des Martin von Wagner Museums mit einem Schlag in den Besitz von etwa 480 weiteren, vor allem in den Zeitraum zwischen 530 und 480 v. Chr. zu datierenden, antiken, vornehmlich <a href="Griechische_Vasenmalerei" title="Griechische Vasenmalerei">griechischen</a> aber auch <a href="Etruskische_Vasenmalerei" title="Etruskische Vasenmalerei">etruskischen Vasen</a>. Mit der Sammlung Feoli als Herzstück beherbergt Würzburg damit heute nach der <a href="Antikensammlung_Berlin" title="Antikensammlung Berlin">Antikensammlung Berlin</a> und den <a href="Staatliche_Antikensammlungen" title="Staatliche Antikensammlungen">Staatlichen Antikensammlungen</a> in <a href="M%C3%BCnchen" title="München">München</a> die drittgrößte Vasensammlung in Deutschland.
</p><p>Nach einer <a href="Namenvase" title="Namenvase">Vase</a> aus der Sammlung Feoli wurde durch <a href="John_D._Beazley" title="John D. Beazley">John D. Beazley</a> der etruskische Feoli-Maler mit seinem <a href="Notname" title="Notname">Notnamen</a> benannt.
</p>
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<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext"><a href="Etruskische_Vasenmalerei" title="Etruskische Vasenmalerei">Etruskisch</a>-<a href="Rotfigurige_Vasenmalerei" title="Rotfigurige Vasenmalerei">rotfigurige</a> <a href="Schnabelkanne" title="Schnabelkanne">Schnabelkanne</a>; Bauchbild: Zwei Frauen bei der Wollarbeit. Halsbild: Unbekleidete Frau mit Alabastron in der Hand auf einem Felsen sitzend; um 350/25 v. Chr.</div>
</li>
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<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Etruskisch-Pseudo-rotfigurige <a href="Amphora" title="Amphora">Amphora</a> der <a href="Praxias-Gruppe" title="Praxias-Gruppe">Praxias-Gruppe</a>, die wahrscheinlich ihre Werkstatt in Vulci hatte; auf beiden Seiten je ein <a href="Mantelj%C3%BCnglinge" title="Manteljünglinge">Manteljüngling</a>; um 480/50 v. Chr.</div>
</li>
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<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Etruskisch-<a href="Schwarzfigurige_Vasenmalerei" title="Schwarzfigurige Vasenmalerei">schwarzfigurige</a> Amphora; Bauchbild: <a href="Athene" title="Athene">Athene</a> mit <a href="Quadriga" title="Quadriga">Vierergespann</a>, Schulterbild: <a href="Aphrodite" title="Aphrodite">Aphrodite</a>, als etruskische <a href="Turan_(Gottheit)" title="Turan (Gottheit)">Turan</a>, wie häufig mit Flügeln dargestellt, legt schützend ihren Mantel über <a href="Aeneas" title="Aeneas">Aeneas</a>; um 470 v. Chr.</div>
</li>
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<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Etruskische <a href="Impasto" title="Impasto">Impasto</a>-Kanne mit in griechischen Buchstaben eingeritzter Besitzerinschrift <i>MI HUSTILEIA</i>; um 700/675 v. Chr.; 1945 bei einem Brand hell verbrannt.</div>
</li>
</ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Secondiano Campanari: <i>Antichi vasi dipinti della collezione Feoli.</i> Rom 1837 (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://archive.org/details/antichivasidipin00camp/page/n3/mode/2up">Digitalisat</a>).</li>
<li><a href="Erika_Simon" title="Erika Simon">Erika Simon</a>: <i>100 Jahre Sammlung Feoli in Würzburg</i>. In: <i>Frankenland. Zeitschrift für das Frankenvolk und seine Freunde.</i> Heft 24, 1972, S. 286–292 (<a rel="nofollow" class="external text" href="http://frankenland.franconica.uni-wuerzburg.de/login/data/1972_32.pdf">Digitalisat</a>).</li>
<li><a href="Guntram_Beckel" title="Guntram Beckel">Guntram Beckel</a>, <a href="Heide_Froning-Kehler" title="Heide Froning-Kehler">Heide Froning</a>, Erika Simon: <i>Werke der Antike im Martin-von-Wagner-Museum der Universität Würzburg</i>. von Zabern, Mainz 1983, ISBN 3-8053-0768-3 (Buchhandel) und ISBN 3-8053-0773-X (Museumsausgabe), S. 12–13.</li>
<li><a href="Ulrich_Sinn" title="Ulrich Sinn">Ulrich Sinn</a>, <a href="Irma_Wehgartner" title="Irma Wehgartner">Irma Wehgartner</a>: <i>Begegnungen mit der Antike. Zeugnisse aus vier Jahrtausenden mittelmeerischer Kultur im Martin-von-Wagner-Museum der Universität Würzburg</i>. Ergon, Würzburg 2001, ISBN 3-935556-72-1, S. 12–13.</li>
<li>Irma Wehgartner: <i>Die Sammlung Feoli. Attische und etruskische Vasen von der «Tenuta di Campomorto» bei Vulci.</i> In: <i>Vasenbilder im Kulturvergleich. Zirkulation und Rezeption griechischer Keramik im Mittelmeerraum</i>. C. H. Beck, München 2012, S. 59–68 (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.zobodat.at/pdf/Akad-Bayern-Diverse_5_0001-0192.pdf">Digitalisat</a>).</li>
<li>Marie-Amélie Bernard: <i>De la nécropole de Campomorto aux grands musées européens.</i> In: <i>Mélanges de l'École Française de Rome. Antiquité.</i> Band 135, 2, 2023, S. 239–251 (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://journals.openedition.org/mefra/14939">Digitalisat</a>).</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Feoli_Collection?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Sammlung Feoli</a></span></b> – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Anmerkungen">Anmerkungen</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Heinrich_Bulle_(Arch%C3%A4ologe)" title="Heinrich Bulle (Archäologe)">Heinrich Bulle</a>: <i>Das Martin von Wagner-Museum</i>. In: <a href="Max_Buchner_(Historiker)" title="Max Buchner (Historiker)">Max Buchner</a> (Hrsg.): <i>Aus der Vergangenheit der Universität Würzburg. Festschrift Zum 350 Jährigen Bestehen der Universität.</i> Springer, Berlin und Heidelberg 1932, S. 140.</span>
</li>
</ol></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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